Gut Rödinghausen

Bürgerantrag zum Industriemuseum im Gut Rödinghausen

Nach der Landtags- und Bundestagswahl kann sich nun endlich der neue SPD Ortsvereinsvorstand seiner eigentlichen Aufgabe widmen – der gestaltenden Politik. Wir haben den folgenden Bürgerantrag in der letzten Woche beim Bürgermeister eingereicht. Die Umsetzung des Projektes liegt gerade uns, als Sozialdemokraten, besonders am Herzen.

„Die Einrichtung eines Industriemuseums am Standort „Gut Rödinghausen“ wird sowohl in der Bevölkerung als auch in Teilen der Politik immer noch kontrovers diskutiert.
Teile der SPD Menden machen keinen Hehl daraus, dass man durchaus der Meinung ist, dass sowohl Geld als Engagement zu diesem Projekt an anderer Stelle sicherlich besser angelegt gewesen wären. Gleichwohl muß man die vorliegenden Gegebenheiten und die politischen Mehrheiten akzeptieren und nun konstruktiv eine bestmögliche, gemeinsame Lösung suchen und finden um eine breite(re) Akzeptanz zu gewährleisten.
Da das Industriemuseum sicherlich auch überwiegend von Schülern, Schulklassen und ganzen Schulen frequentiert werden wird ist der SPD Menden eine politische und gesellschaftliche Bildung überaus wichtig.
Wir regen daher eine Dauerausstellung mit folgenden Themenbereichen an:

I. Den SchülerInnen wird vermittelt warum und mit welchem Hintergrund das Gut Rödinghausen seinerzeit von der Stadt Menden gekauft wurde. Es wird erläutert, dass sich der Stadtrat in einem beispiellosen Akt, über alle Parteigrenzen hinweg, gegen die „Ansiedlung“ von einer rechtsextremen Partei (NPD) gewehrt hat.

II. Den SchülerInnen wird in der Dauerausstellung eindrücklich vom Strafgefangenenlager Menden berichtet.  Exemplarisch seien hier die Lager in der Lürbke, Hüingsen  oder der Asbeck genannt. Auch diese dunkle Seite ist Teil der Industriegeschichte Mendens.
Diese Gefangenen waren in der heimischen Industrie, im Handwerk oder in der Landwirtschaft als Ersatz für die zum Kriegseinsatz einberufenen heimischen Mitarbeiter eingesetzt.
Viele Mendener Betriebe profitierten von diesen Zwangsarbeitern und nicht wenige ließen später ihr Leben für das Schwalbe Projekt im Hönnetal.

Die SPD Menden sieht es als absolut notwendig und zwingend an, dass diesem unrühmlichen Kapitel Mendener Industriegeschichte ein nicht unerheblicher Teil der Austellung eingeräumt wird.
Gerade in Zeiten wo rechtspopulistische Parteien einen Aufwind erfahren ist es Aufgabe, nein Pflicht die politische Bildung in Bezug auf diese grauenhafte Zeit zu intensivieren und auszubauen.

Wir bitten unseren Antrag in den zuständigen Gremien zu beraten.“